Sonntag, 4. Juni 2006

Weinen um den Grünen Schorsch?

Ach nein, nun nicht mehr. Obwohl es ein etwas trauriger Abschied war, als er mich verlassen hat.

Dabei ist es mit Auftragsarbeiten doch so wie mit Kindern: erst werden sie unter Mühen geboren, wachsen und gedeihen, bis sie groß sind. Dann verlassen sie das Haus.

Nur werde ich den Grünen Schorsch wohl nicht mehr wiedersehen, denn er zieht in die Stadt. Ein wenig berührt war er wohl zunächst auch



Allerdings hat er sich darauf besonnen, dass er im wahrsten Sinn des Wortes in gute Hände kommt: nun wohnt er bei einem Puppenspieler. Also mach´s gut, viel Spaß in deinem neuen Leben, Schorschi *g*

Schulprojekt

Vor einiger Zeit gab es an der Grundschule meines Sohnens wieder eine Projektwoche. Hier können die Kinder eine Woche lang ihren Schulalltag durch etwas "Interessantes" auffrischen *g*. Aber ernsthaft: in dieser Zeit können die Kinder ihre Lernfreude bei einem Thema ihrer Wahl ausleben. Mit viel Engagement der Lehrer und der Eltern gab es in diesem Jahr für die 500 Kinder wieder ein reichhaltiges Angebot: Essen in Europa, Schülerzeitung, Filmmusik, Jonglieren, Hollywood, Tanzen, Theater, Pappmaché, Römerzeit, Laubsägen, Bildhauerei, Mosaiktechniken und jede Menge mehr.
Auch ich war dabei, natürlich mit dem Thema


(Übrigens ein Gemeinschaftsprojekt aller Kinder)

Jau, anstrengend war´s ... und spannend.
Ich habe mit 10 Kindern gearbeitet und viel Spaß gehabt. Wir haben theoretisch und praktisch die Verwandlung vom Schaf zum Wandteppich erarbeitet.
Zunächst wurde einige kleine Gegenstände umfilzt, damit eine erstes Gefühl für die Wolle entsteht: der Unterschiede von Kammzug zu Vlies wie lange braucht Wolle, bis sie sich verbindet;
wie heiß kann das Wasser sein, wieviel Seife brauche ich etc.

Dann haben wir Fläche ausgelegt und einen Vorfilz gearbeitet.
Dieser wurde dann für das eigentlich Werk der Projektwoche genutzt: ein Bild.

In dieser Zeit war es ziemlich spannend, sowohl für mich als auch für die Kinder selbst, denn es wurden die Verschiedenheiten deutlich. Wer ist ausdauernd? Wer arbeitet eher detailverliebt, wer eher großzügig? Wie hoch ist die Frustrationsschwelle, wenn etwas nicht direkt klappt? Wie kann ich es aushalten, wenn das Endergebnis etwas anders geworden ist als ich wollte? Wer arbeitet lieber allein oder mit jemand gemeinsam? Brauche ich eine Vorgabe oder denke ich mir selbst etwas aus? Freue ich mich darüber, was ich geschaffen habe?

Egal, was die Kinder an Antworten gefunden haben mögen, ihre Erstlingswerke sind richtig toll geworden und sie können stolz auf sich sein.

Und ich bin auch etwas stolz auf mich, dass ich diese Woche als tatsächlich geforderter Didaktikneuling sogar als gut gelungen empfinden kann.

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