Montag, 17. September 2007

Lieber Schweinehund,

schlimmer als ich dachte steht es um mich! Jaa!

Ich werde älter, was ja an sich zu begrüßen ist, da ich ja noch nicht alt bin. Allerdings passt du dich als eines meiner abscheulichsten inneren Wesen auch an.

Du hätschelst und nährst meine Faulheit und Bewegungsunlust, machst mir sportliche Aktivitäten madig und zeigst mir angewidert dein Ego, wenn es um die Lustabfrage zu Sport geht.
Als ich noch jünger war, habe ich doch ziemlich viel Sport gemacht. Du erinnerst dich sicher daran, denn wahrscheinlich gab es dich damals auch schon, wenn nicht spürbar, dann doch ignoriert.

Allerdings verfügst du über eine gewaltige Durchsetzungsfähigkeit, und es kam, wie es kommen musste.
Mit den Jahren und den veränderten Lebensumständen wurdest du größer, sichtbarer und raumgreifend. So dominant, dass es schon gefährlich wird, dir noch mehr Leine zu lassen.

Hach ja, also dachte ich mir, ich überzeuge dich einfach und beginne mal wieder mit einem Yoga-Kurs. Das ist schliesslich keine wettkampforientierte Sportart, bei der meine körperlichen
(Un)fähigkeiten über den mentalen Ehrgeiz triumphieren - was dir bestimmt gefallen würde, ich weiß.
Yoga passt sogar sehr gut, weil es sich den physischen Bedingungen anpasst und nicht so langweilig ist wie z.B. joggen oder walken.

Lieber Schweinehund: das ist ja eher was Spirituelles, Meditation in Bewegung; da kannst du nicht meckern.
Da ich immer noch recht beweglich bin, gelingt es dir auch nicht mit, mit dem "Kannst-du-gar-nicht"-Argument zu punkten. Ätsch, jetzt musst du einfach mit!

Allerdings muss ich gestehen, dass ich dich unterschätzt habe. Während der ersten Stunde konnte ich dein fies grinsendes Geflüster hören: "booa, sind die Gelenke doch eingerostet, siehste! Und schau dir die anderen an - die sind 10 Jahre älter als du und halten die Beine viel länger oben! Na, was ist jetzt mit dir, hast wohl gar keine Muskeln mehr, nicht wahr! Hihi, findest schon so eine kleine Übung anstrengend..."

Tja, lieber Schweinehund, da hast du Recht. Peinlich berührt und erschreckt musste ich erkennen, dass ich es doch nötiger habe als vermutet. Und deshalb gilt für dich: Klappe zu, ab an die Leine, zurück in den Zwinger - oder noch besser, mein süsses Hündchen: zieh dir Sportsocken an und ab mit dir auf die Matte.
Sitz und bleib!

Dein Mensch


Und wie sieht das bei dir aus? Hast du -vor allem im Bereich der sportlichen Bewegung - auch einen solch mächtigen Schweinehund? Musst du den ebenfalls ab und an in seine Grenzen verweisen? Und schaffst du das, dass er auf dich hört?

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